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19/01/2020
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Man ist dabei, einen Krieg gegen „dieses“ Land zu führen!


AUTOR:  Kourosh ZIABARI ˜æÑæÔ ÖیÇÈÑی

Übersetzt von  Ellen Rohlfs. Lektoriert von Einar Schlereth


Das Geschwätz über die Möglichkeit eines Militärschlags gegen den Iran geht in diesen Tagen wieder um. Präsident Obama,  über dessen Friedensnobelpreis ich mich noch immer wundere, hat eingestanden, dass der  vorherige Präsident Bush  mit seiner Überzeugung recht hatte, der Iran stelle eine ernsthafte Bedrohung für die internationale Gemeinschaft dar; Russland zieht sich feige von seiner Position zurück und schließt sich dem Rest der tyrannischen Mächte an, die für Sanktionen gegen den Iran sind; angestachelt von Israel und AIPAC legen die herrschenden  US-amerikanischen Medien die Grundlage, um die Öffentlichkeit mit Gewalt  darauf vorzubereiten und  zu überzeugen, dass der Iran das gefährlichste Land im Nahen Osten ist und so bald wie möglich entwaffnet werden sollte, andernfalls könnte es Israel angreifen und von der Landkarte tilgen.

 Alles, was sich jetzt abspielt, entspricht den Entwicklungen,  wie wir sie  zwei Jahre vor dem Überfall auf den Irak erlebten. Die New York Times spielt genau dasselbe unerfreuliche Spiel, das  das sie entworfen hatte, um uns davon zu überzeugen, dass der verstorbene Diktator Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen hatte. Die Geschichte wiederholt sich wieder einmal, und nun ist der Iran das Ziel für einen zermürbenden, multilateralen psychologischen Krieg – zusätzlich zum bisherigen wirtschaftlichen Embargo. Allein die Tatsache, dass  der Iran noch auf seinen eigenen Füßen steht, demonstriert den starken Willen und  die starke Fähigkeit dieser Nation; doch was geschieht wirklich hinter den Kulissen? Was wird geschehen, wenn die USA oder ihr nahöstlicher Satellit, Israel, den Iran angreifen?

Wer hat Saddam aufgebaut?

Selbst ein 7jähriges Kind konnte leicht erkennen, dass Saddam Hussein, der bedauerlicherweise 2006 von den USA hingerichtet wurde,  eine Marionette von genau denselben USA war, die den 8 Jahre dauernden  Stellvertreter-Krieg gegen den eben entstandenen Iran der Nach-Revolution führte, und erbarmungslos das Leben von mehr als 350 000 Menschen nahm . Komischerweise sind das dieselben US, die ständig für ihr Engagement für die „Menschen“-Rechte trommeln und andere Länder als Menschenrechtsverletzer brandmarken. Waren diese 350 000 Iraner keine Menschen?

In seinem Buch „ The Death-Lobby: How the West  Armed Irak“  (Die Todes-Lobby: wie der Westen den Irak bewaffnete) deutet Kenneth R. Timmerman an, dass die USA eine neue Marionette  im Nahen Osten gesucht haben könnten, nachdem ihr Freund Mohammad Reza Pahlavi übernacht vom iranischen Volk aus seinem Amt vertrieben worden war, weil es nicht ertragen konnte, dass sein Land  Schachfigur fremder Mächte sein sollte. Amerikas wichtigster Verbündeter am Persischen Golf, der Schah, wurde übernacht beiseite gefegt und kein anderer war in Sicht, um ihn als Garant für die USA-Interessen in der Region zu ersetzen.“ Deshalb suchten sie Zuflucht bei dem irakischen Diktator und versprachen ihm, ihn bedingungslos zu unterstützen, vorausgesetzt, dass der Diktator an seinem Versprechen festhält, die iranische Revolution zu lähmen.

1982 wurde der Irak plötzlich von der US-Liste der staatlichen Sponsoren des Terrorismus gestrichen, wodurch die Unwahrheit der Liste demonstriert wurde. Äußerlich gesehen  begriff keiner, wodurch  ein Land es verdiente, auf die Liste der Staaten  zu kommen , die nicht den Terror nicht unterstützten; doch alles wurde  nach und nach bekannt gemacht.

Präsident Ronald Reagan sandte Donald Rumsfeld als seinen Sonderbotschafter zu Saddam Hussein, um  die Verbindung mit dem früheren „Staatssponsor des Terrorismus“ wieder herzustellen. Zwei höfliche Treffen zwischen Rumsfeld und Saddam fanden 1983 und 1984 statt, wobei sie verschiedene Abkommen  über US-Unterstützung unterzeichneten, denen zufolge die USA dem Irak z.B. Artillerie, Raketengeschosse, Flugzeugteile und Nachrichtendienste liefern sollten. Die irakischen Soldaten erhielten taktische Beratung und avanciertes Militärtraining  zusammen mit unkonventionellen Kriegstechniken, die exklusiv zur Verteidigungsdoktrin des US-Außenministeriums gehört.

Die USA scheuten sich nicht einmal, dem Irak chemische Waffen zu senden, um sie auf die Dächer menschlicher Behausungen fallen zu lassen. Dies war ein weiteres Beispiel für das US-Engagement für Menschenrechte. Im Mai 1994 enthüllte ein Bericht des Bank-Komitees des US-Senats, dass „pathogenes (krankmachendes), giftiges und anderes biologisches Forschungsmaterial in den Irak exportiert wurde entsprechend einem Antrag …durch das US-Handelsministerium.“

Ein britischer Experte  biologischer Waffen und  vormaliger UN-Inspektor chemischer Waffen im Irak, David Kelly, bestätigte, dass  „der Irak 1985  acht Sorten von Anthrax aus den USA kaufte.“

Auf jeden Fall taten die USA alles, wozu sie in der Lage waren, um einen Diktator zu stärken, der nicht einmal im Traum voraussehen konnte, dass er nach kurzer Zeit  genau von den Leuten vernichtet werden  wird, denen er ( kurzem zuvor)  noch  freundlich die Hände geschüttelt hatte.

Ein Bericht der ‚Los Angelos Wochenzeitschrift’ (LA-Weekly) vom Mai 2003 veröffentlichte eine Liste mit 41 amerikanischen Gesellschaften, die Saddam bei seinem Auftrag halfen, den Iran zu zerstören und die islamische Revolution zu Fall zu bringen, die einen  von den USA unterstützten König gestürzt hatte. Interessanter? Weise waren unter diesen Gesellschaften Caterpillar Inc., Hewlett-Packard, IBM, Carl Zeiss und Philips Exporte – laut Liste der LA-Weekly.

Nur ein Beispiel: die NRM Corp.  rüstete ihn mit Maschinen aus, die Reifen fabrizierten ( im Wert von  3 310 485.-$); Druckermaschinen und Zubehör ( im Wert von 950 000.-$) … Man mag sich fragen, ob Saddam all diese Maschinen, Einrichtungen und Apparate,  die er von 150 ausländischen Gesellschaften erhielt, hat praktisch anwenden können (nach der deutschen Zeitung „Die Tageszeitung“). Die Schlussfolgerung könnte sein, dass die westliche Welt Saddam bewusst in seiner Position eines unbesiegbaren und unbeugsamen Tyrannen gestärkt hat und dann entschied, ihn auf einen Schlag  zu stürzen.

Die Geschichte des Iran

Der Iran ist anders. Er bemüht sich, seine Andersartigkeit zu behalten. Das iranische Volk braucht keinen ausländischen Supermacht, der für es entscheidet. Selbst wenn ein verheerender Bürgerkrieg im Iran ausbrechen würde und verschiedene Parteien ernsthaft in Streit gerieten, würden sie nicht bei einem ausländischen Retter  Zuflucht suchen, dass er ihnen helfen möge. Denn die Geschichte des Irans zeigt, dass ausländische Mächte nie mit guten Absichten gekommen sind. Ein unerbittlicher Feind, der   in Palästina schon viel Blut vergossen hat, besitzt 200 Atombomben, die auf den Iran gerichtet sind, während die „Menschenrechts“-Aktivisten weiter schweigen.

Der Iran ist ein Land des Friedens. Literatur und Kultur sind eng mit allen Lebenssphären eines iranischen Bürgers verbunden. Der Iran ist  zusammen mit dem römischen und griechischen Weltreich die Heimat der alten Zivilisationen der Welt. Ich persönlich bin gegen jede Art von Waffen; ob sie chemisch, nuklear oder sonst was sind. Wenn alle Länder der Welt ihr Militär und ihre bewaffneten Kräfte abschafften, würde kein Krieg ausbrechen und keiner würde sein Leben verlieren. Doch  wissen  wir alle, dass solch strenge Aussagen  nur die eines Schülers der Grundschule sein  können. Er sieht seine Umwelt mit den Augen von Unschuld und Reinheit. Wenn Israels „Existenzrecht“  und sein „Recht auf Selbstverteidigung“ wichtig sind, dann ist Irans Recht auf „Frieden und Ruhe“ genau so wichtig.

Wie John Pilger in seinem letzten Artikel empfiehlt, geht und sucht die Atomwaffenlager Israels und nicht  des Irans, weil man  in den Produktionsanlagen des Iran nichts Entsprechendes findet; trotz alledem,  wenn jemand auf  aufregende Abenteuer aus ist, dann hat Israel für ihn viel mehr zu bieten. 


Quelle: You're waging war against "This" country!

Originalartikel veröffentlicht am 31.3.2010


Über den Autor

Kourosh Ziabari, Ellen Rohlfs und Einar Schlereth sind Mitglieder von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin, der Lektor als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala:
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=10248&lg=de
 


UMMA: 01/04/2010

 
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