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01/04/2020
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Khazaria

Georgien: Israels süsse Heimat


AUTOR:  Hesham TILLAWI

Übersetzt von  Ellen Rohlfs


Die israelisch-georgische Verbindung  besteht seit über 1000 Jahren. Die meisten jüdischen Bewohner Israels haben dieselbe Abstammung wie die Juden Georgiens. Keiner sollte deshalb bei der Entdeckung über die Intensität von Israels Verwicklung in den georgisch-russischen Konflikt erschrocken sein. Wenn man einmal die historisch genetische Verbindung zwischen israelischen  und georgischen Juden untersucht, wird einem alles klar. Blicken wir zuerst auf die augenblicklichen Beziehungen – und später auf die historische Verbindung.


Der georgische Minister Temur Yakobashvili sagte am Samstag, den 9. August 2008, einen Tag  nachdem Georgien Südossetien angegriffen hatte: „Die Israelis sollten stolz  auf sich selbst sein, auf das israelische Training und die Ausbildung, die die georgischen Soldaten von ihnen erhalten haben …“

 
Gurgenidze empfängt Rabbiner                                                                  Der lithauische Rabbiner Aharon Leib Shteinman

Die Jerusalem-Post berichtete am 12. August: der georgische  Ministerpräsident Vladimir (Lado) Gurgenidze (Jude) führte am Dienstagmorgen einen speziellen Telefonanruf nach Israel aus, um den Segen des bedeutendsten Rabbiners und geistlichen Führers einer Haredi-Gemeinde zu erhalten, von Rabbiner Aharon Leib Shteinman“ . Der Ministerpräsident Georgiens, vor allem eine Nation orthodoxer Christen telefonierte mit Rabbiner Steinman und sagte: “Ich hörte, er sei ein Heiliger. Ich möchte ihn darum bitten, für uns und unsern Staat zu beten.“


Außer den vielen Regierungsbeamten in Georgien, die in der einen oder anderen Weise jüdisch sind, ist es besonders ein Mann, Davit Kezerashvili, der Verteidigungsminister, der zufällig auch die israelische Staatsangehörigkeit hat. Interessanterweise ist sein Nachname Kezerashvili - das übersetzt heißt : ‚Sohn des Khezer’ (Khazar).

Abgesehen von den eben erwähnten Männern, sind nicht nur über 1000 israelische , militärische Trainer in Georgien, sondern auch viele im Ruhestand befindliche Generäle, die Georgien zu ihrer 2. Heimat gemacht haben, Lasha Zhvania, Georgiens früherer Botschafter in Israel, der bei den letzten Parlamentswahlen in Georgien am 21. Mai wieder gewonnen hatte, versprach, er wolle den israelischen Tourismus ankurbeln und für Israel Investitionen in seinem Land besorgen. Seine Mutter ist jüdisch und 1988 brachte sie ihn nach Israel, um dort seinen Großvater und seine anderen Verwandten zu treffen. Danach kehrte er jedes Jahr nach Israel zurück, um seine Verwandten an mehreren Orten zu besuchen. Zehntausende von Israelis machten Georgien zu ihrem bevorzugten Urlaubsziel. Es ist eindeutig, dass die Beziehungen zwischen Georgien und Israel nicht nur politischer und diplomatischer Natur sind. Es sieht so aus, als ob es auch jüdische Blutsbande gibt, die über 1400 Jahre zurückreichen.

 

Der Schriftsteller Arthur Koestler, selbst Jude, schrieb „ Den modernen Historikern – ob österreichisch, israelisch oder polnisch – muss man recht geben. Sie haben unabhängig voneinander behauptet, dass der größte Teil der modernen Judenheit nicht palästinensischen Ursprungs ist, sondern aus dem Kaukasusgebiet kommt. Die Hauptrichtung jüdischer Wanderungen ging nicht vom Mittelmeer über Frankreich und Deutschland in den Osten und dann wieder zurück. Der größte Teil bewegte sich konstant in westlicher Richtung, vom Kaukasus durch die Ukraine nach Polen und dann nach Mitteleuropa. Als diese vorher nie da gewesene Massenansiedlung in Polen stattfand, gab es einfach nicht genug Juden im Westen, um dies zu erklären; während im Osten eine ganze Nation in Neuland vorstieß.“ Im Kaukasusgebiet wohnten die Georgier, und sie wohnen noch heute dort. Graben wir historisch noch ein bisschen tiefer! Gibt es Verbindungen zwischen den Juden  Georgiens,  die mit der Hilfe unserer eigenen CIA sich  an der Spitze der politischen Hierarchie befinden und den Juden Israels, die nach dem 1. und 2. Weltkrieg nach Palästina kamen und den größten Teil von Israels Juden ausmachen?

Abraham Poliak, ein israelischer Professor der mittelalterlich-jüdischen Geschichte fragte: „In wie weit können wir die (Khazarische) Judenheit als den Kern der großen jüdischen Besiedlung in Osteuropa betrachten?  Die Nachkommen dieser Siedlung stellt nun den weitaus größten Teil der Weltjudenheit da.“ Der österreichische Historiker Kutschera schrieb, dass die „osteuropäischen Juden  vollkommen khazarischen Ursprungs seien. Selbst die westeuropäischen Juden, die Yiddisch sprachen oder ein Derivat davon wie die Juden Frankreichs und Deutschlands müssen von den khazarischen Juden abstammen, weil es keine Spur von Yiddish in irgendeiner westeuropäischen  Sprachen gibt.

Für die, denen der Terminus ‚Khazar’ unbekannt ist: Es war eine Person aus dem Khazarischen Königreich, das das Land zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer besetzte. Bis zum 9. Jahrhundert waren die Khazaren die Herren des Landes,  sie waren reich  dank seiner  Ressourcen,  seiner strategischen Lage und des unrealistischen ( erpresserischen) Steuersystems, das sie den umgebenden Königreichen aufgzwungen hatten. Die Khazaren nahmen die jüdische Religion an, nachdem sie im Westen von den Christen und im Osten von den Muslimen unter Druck gesetzt worden waren, eine monotheistische Religion anzunehmen. Sie wollten aber damals  unabhängig von den beiden anderen Religionen sein. Das Khazaren-Königreich  war ziemlich mächtig und reich und konnte sich deshalb  nördlich des Schwarzen Meeres und  in die Steppen- und Waldregion am Dnjepr ausdehnen. Die Khazaren kontrollierten schließlich anderthalb Jahrhunderte lang die südliche Hälfte Osteuropas und waren so ein mächtiges Bollwerk und sperrten zwischen dem Ural und dem Kaspischen Meer  das Tor Europas nach  Asien hin. Sie hielten so den Angriff nomadischer Stämme aus dem Osten ab.  ..

Der Kollaps des Hunnenreiches nach Attilas Tod ließ ein Machtvakuum im östlichen Europa zurück, weshalb  Welle um Welle nomadischer Stämme vom Osten  nach Westen  eindringen konnte. Die bekanntesten sind die Uiguren und Avaren. Die Khazaren waren in dieser Zeit mit Angriffen auf die transkaukasischen Regionen Georgien und Armenien beschäftigt und sammelten dort kostbare Beute ein. Während der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts wurden sie die  vorherrschende Macht unter den Stämmen nördlich des Kaukasus.“

965 n.Chr. unternahm der russische Fürst Svyatoslav von Kiew viele militärische Kampagnen, die dann zum Zusammenbruch des Khazarenreiches führten. Der Khazarenstaat hat dann noch bis in die Mitte des 12 Jahrhundert überlebt. Von 965 bis zu seiner Zerstörung machte er noch  Kriegs- und Friedenszeiten durch  mit  Allianzen mit Arabern, Russen, Persern und  Byzantinern – getrennt oder gemeinsam. Viele seiner Untertanen nahmen entweder den Islam  an oder das Christentum und diejenigen, die ihren jüdischen Glauben behalten wollten, wanderten nach Osteuropa und Russland aus oder nach Süden, wie uns der persische Dichter Khakani ( ca. 1106-1190) erzählte, der die meiste Zeit seines Lebens als Staatsbeamter im Kaukasus lebte und aus erster Hand Kenntnisse über die kaukasischen Stämme hatte. Khakani erzählte uns von ‚Dervent Khazaren’ und einem Hohlweg oder Drehkreuz zwischen  Kaukasus und dem Schwarzen Meer, durch das die Khazaren in früheren  Zeiten Georgien überfallen hatten. Es kann deshalb als historische Tatsache angenommen werden, dass viele Khazaren  durch diesen Übergang kamen, um in Georgien Zuflucht zu suchen..

Es dauerte dann 800 Jahre für die khazarischen Juden, um sich wieder zu treffen, nachdem sie durch Russland, Ost-Europa, West-Europa  und nach Palästina gingen, und bevor sie sich mit ihren  militärischen Kräften - mit ihren Brüdern in Georgien -  wieder vereinigten, um gegen den alten Erzfeind, die Russen zu kämpfen. Was am 8. August 2008 in Südossetien geschah, beweist zwei Dinge, dass die khazarischen Juden den Krieg von 965 n. Chr. und ihre Niederlage durch die Russen nie vergessen haben und zweitens dass die „Juden“ Israels keinen historischen Anspruch auf Palästina haben.

Wir sehen noch einmal, wie der Zionismus, indem er sich im illegalen Staat „Israel“ manifestiert, die Welt in einen neuen Konflikt zwischen der Atommacht Russland und der Atommacht USA hineinziehen könnte.


Quelle:  http://heshamtillawi.wordpress.com/2008/08/16/georgia-israel%E2%80%99s-home-sweet-home/

Originalartikel veröffentlicht am 16. August 2008

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist eine Frendin von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, der Übersetzer, der Prüfer als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala:
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=5774&lg=de


RAUCHENDE GEHIRNE: 27/08/2008

 
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