HOME TLAXCALA
das Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt
TLAXCALAS MANIFEST  WER SIND WIR ?  FREUNDE VON TLAXCALA  SUCHEN 

SÜDLICH DER GRENZE (Lateinamerika und Karibik)
IMPERIUM (Globale Fragen)
KANAAN (Palästina, Israel)
UMMA (arabische Welt, Islam)
IM BAUCH DES WALFISCHES (Aktivismus in den imperialistischen Metropolen)
FRIEDEN UND KRIEG (USA, EU, NATO)
MUTTER AFRIKA (afrikanischer Kontinent, indischer Ozean)

TAIFUNZONE (Asien, Pacifik)
KALVELLIDO MIT K (Tagebuch eines Prolos)
RAUCHENDE GEHIRNE (Kultur, Kommunikation)
DIE NICHT EINZUORDNENDEN 
DIE TLAXCALTEKISCHEN CHRONIKEN 
DIE TLAXCALA KARTEI (Glossare, Lexika, Karten)
BIBLIOTHEK DER AUTOREN 
GALERIE 
TLAXCALAS ARCHIV 

21/06/2019
Español Français English Deutsch Português Italiano Català
عربي Svenska فارسی Ελληνικά русски TAMAZIGHT OTHER LANGUAGES
 

37 miserable Euros am Welternährungstag


AUTOR:  Josu OSKOZ

Übersetzt von  Isolda Bohler, überprüft von Fausto Giudice


Der Hunger, verschwiegen und ohne Zurschaustellung, tötet die, tötet diejenigen, die niemand verstaatlichen mag, früher durch das Gesetz des Marktes und jetzt durch die selektive Intervention zugunsten von den immer gleichen.

Heute, Donnerstag, den 16. Oktober, wird auf der ganzen Welt der Welternährungstag gefeiert. Seltsame und beleidigende Feier, da nach Daten der FAO die auf der Welt an Unterernährung leidende Bevölkerung im vergangenen Jahr auf  923 Millionen Menschen als Folge der Erhöhung der Lebensmittelpreise anstieg,, d.h., 75 Millionen mehr Menschen summierten sich zu denen,  die schon in einer Situation chronischen Hungers lebten.

Diese Unterernährung trifft hauptsächlich Jungen und Mädchen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren (20 Millionen Kinder unter fünf Jahren erleiden schwere oder schlimme Unterernährung) und dies verschlimmert sich, da sie nicht in sehr frühen Jahren die entsprechende Nahrung für das Wachstum (tierische Proteine wie Milch, Eier oder Fleisch) erhalten. Da dies die Etappe für die Entwicklung des Gehirns ist, sind die Folgeerscheinungen extrem schlimm und diese Tausende von Jungen und Mädchen sind zu einem vorzeitigen Tod verurteilt oder zu Krankheiten, die sie ein Leben lang erleiden.

Laut einer kürzlichen Studie dauert die komplette Behandlung zur Erholung eines kleinen unterernährten Kindes sechs Wochen und kostet 37 Euros. Deshalb würde die ungefähre Gesamtausgabe zur Behandlung von Millionen von Jungen und Mädchen, die an schwerer Unterernährung leiden, nicht 3.000 Millionen von Euros übersteigen, einschließlich der kompletten Ernährungsbehandlung  jedes  kranken Kindes und der  lokalen Produktion von notwendigen, therapeutischen Nahrungsmitteln, die sogenannte Therapeutic Food (TF): Eine Nahrung zum therapeutischen Gebrauch, Pumply Nut genannt, die 40 Mikronährstoffe besitzt, die den Unterschied zwischen Leben und Tod markieren.

Während die westlichen Regierungen Hundert Milliarden zur Rettung der Banken injizieren (deren leitende Angestellte sich einzig um den ökonomischen Gewinn und um für den Planeten unerreichbare Reichtümer anzuhäufen, sorgten),  sterben Tausende Kinder vor unseren Augen aus Hunger, weil sie nicht über 37 miserable Euros verfügen.  Es erscheint irrig, zu sehen wie die Banken von den Regierungen Milliarden verlangen, um den Zusammenbruch zu verhindern, vor allem angesichts ihrer traditionellen Anbetung des „freien Marktes“. Barbarischer Finanzsozialismus, der Banken nationalisiert, aber Millionen Menschen zu essen verbietet: Unternehmen zu retten, die weder transparent noch verantwortlich handelten und das Recht auf gemäße Ernährung, das in verschiedenen Dokumenten des Internationalen Rechts anerkannt ist, zu verweigern.

Nichts seltsames, da die Herren der Welt schon immer für uns entschieden haben und immer außerhalb der Rechte, auch wenn sie das Gegenteil behaupten. In einem Kontext des Rückgangs der Öffentlichen Entwicklungshilfe der EU während der Jahre 2006 und 2007 (im vergangenen Jahr verringerte sich die europäische ÖEH von 0, 41 % auf 0, 38 % des BSP), erinnert uns die UNO daran, dass ein Beitrag von 30 Milliarden Dollars jedes Jahr zur Umkehrung der Tendenz nötig wären und um 2015 die Ziele des Jahrtausends zu erreichen. Kaum ein paar Brosamen, wenn wir es mit den Kosten für den illegalen Krieg – Besatzung im Irak oder mit den 700 Milliarden Dollars, auf die sich der Rettungsplan der Regierung der USA beläuft, vergleichen. Überhaupt nichts komisches, aber viel Schändliches.

Schändlich ist, dass die Manager von AIG Tausende Dollars nach der „Finanz-Rettung“ in einem Hotel (die Rechnungen summieren sich auf mehr als 400.000 Euros) ausgeben oder, dass das ebenfalls „ausgelöste“ Fortis fünfzig Personen ins teuerste Restaurant Monacos, für 6 000 alte DM pro Gedeck, einlädt. Verdammenswerte gewissenlose Bande der erbärmlichen Aufgabe geweiht, immense Reichtümer anzuhäufen, die jetzt nach dem Vater Staat schreien und nachdem sie die Milliardeninjektion vom Staat bekommen haben, treiben sie ihre schamlosen Feiern vor den Augen von Millionen Hungernden. So viel Niederträchtigkeit und Prahlerei schmerzt.

Der Hunger, verschwiegen und ohne Zurschaustellung, tötet diejenigen, die niemand verstaatlichen mag, von niemandem naturalisierten, vorher durch das Gesetz des Marktes und jetzt durch die selektive Intervention zugunsten der immer selben. Aber für dijenigen, die nicht sterben, bauen wir Mauern und Drahtverhaue, die ihre Ankunft verhindern sollen und für die bereits unter uns Lebenden wenden wir Ausweisungsprozeduren an, „immer die Menschenrechtsgesetze achtend“.

Vor kurzem klagten Intellektuelle aus der ganzen Welt die Grausamkeit der sogenannten Direktive der Schande an und erinnerten uns daran, dass die überhaupt nicht unschuldige Amnesie verhindert, dass sich Europa daran erinnert, es würde nicht das Europa sein, ohne die billige Arbeitskraft von außerhalb und ohne die Dienstleistungen, die ihm aus der ganzen Welt geleistet wurden. Europa wäre nicht Europa ohne die Metzeleien an den Eingeborenen aus Amerika und ohne die Sklaverei der Kinder Afrikas, um nur ein paar vergessene Beispiele zu nennen. Europa müsste die Welt um Verzeihung bitten, oder zumindest sich bedanken, anstatt durch Gesetz die Jagd und die Bestrafung der Arbeiter und Arbeiterinnen abzusegnen, die auf ihrem Grund und Boden vom Hunger und den Kriegen, die ihnen die Herren der Welt schenkten, vertrieben ankommen.“


Quelle: 37 miserables euros en el Día Mundial de la Alimentación

Originalartikel veröffentlicht am 16.10.2008

Über den Autor

Isolda Bohler und Fausto Giudice sind Mitglieder von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, der Übersetzer, der Prüfer als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala:
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=6137&lg=de


RAUCHENDE GEHIRNE: 20/10/2008

 
 SEITE DRUCKEN SEITE DRUCKEN 

 SEITE SENDEN SEITE SENDEN

 
ZURÜCK ZURÜCK  

 tlaxcala@tlaxcala.es

  1:11