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09/02/2010
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Das Gasproblem zwischen der Ukraine und Russland


AUTOR:  Hans-Jürgen FALKENHAGEN & Brigitte QUECK


Vor dem Neuen Jahr haben zwischen GASPROM und NAFTOGAS der Ukraine Gespräche über die weitere Gaszustellung in die Ukraine und die Berechnung der Schulden für das schon zugestellte Gas stattgefunden.

Die Ukraine hat für das von Russland erhaltene Gas 1,5 Mrd. $ im Jahre 2008 nicht bezahlt. Den Zeitverzug für die Rückzahlung der Schulden inbegriffen, würde die Schuld der Ukraine gegenüber Russland mittlerweile 2 Mrd. $ betragen. GASPROM hat der Ukraine unter Berücksichtigung der Zahlungs- und wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes einen weit unter dem Weltmarktpreis liegenden Gaspreis von 250 $ für 1000 m3 angeboten.

Der ukrainische Präsident Juschtschenko und die derzeitige Ministerpräsidentin Timoschenko forderten für die Ukraine jedoch einen Preis von 200 $ für 1000 m3 Gas. Zum Vergleich: andere Länder wie Turkmenistan oder Kasachstan verkaufen 1000m3 Gas für 340 $ .Unter Berücksichtigung des Transits hätte die Ukraine diesen Ländern 400 $ für 1000 m3 bezahlen müssen. Wie sich herausgestellt hat, verfügte die im Dezember nach Russland geschickte ukrainische Delegation gar keine Unterzeichnungsberechtigung für einen neuen Vertrag, so dass die Delegation ohne Vertrag nach Hause gefahren ist.

Am 30.12.08 hat GASPROM einen Brief aus der Ukraine bekommen, in dem steht, dass die Ukraine auf das Konto von GASPROM 1,5 Mrd. $ überwiesen hat und damit Russland nichts mehr schulde. Aber selbst dieses Geld hat Russland nicht erhalten. Mehr noch, der Generaldirektor von NAFTOGAS der Ukraine, Dubin, hat erklärt, da die Ukraine für das Jahr 2009 keinen Vertrag hat, so würde das Gas, das durch die Ukraine transportiert wird, sozusagen als „herrenlos“ deklariert werden. Und das, obwohl die Ukraine der EU versichert hat, dass die Gaszufuhr über die Ukraine in vollem Umfang gewährleistet werde. Man kann das als nichts anderes als Irreführung bezeichnen. Mehr noch : die ukrainische Seite will den Transittarif für Gas nach Westeuropa ändern. Mit Russland war dafür ein langfristiger Vertrag bis 2011 ausgehandelt worden, demzufolge die Ukraine für das Transitgas 1,6 $ für 1000 m3 pro 100km erhält. Das ist ein mittlerer europäischer Preistarif. Jetzt will die Ukraine diesen anheben. Zum gegebenen Zeitpunkt sind die unterirdischen Gasreservekammern der Ukraine voll, so dass die Ukraine in der nächsten Zeit keine Schwierigkeiten haben wird, auch den Gasbedarf des eigenen Landes abzusichern. Das heißt, die Ukraine ist bestrebt, für das zurückgehaltene Gas einen höheren Transittarif zu fordern. Die russische Seite hat für das Jahr 2009 etappenweise die Gaszufuhr in der Ukraine eingestellt und am 1. Januar 2009 vollständig.

Der Generaldirektor von NAFTOGAS der Ukraine hat GASPROM informiert, dass ungeachtet aller Beteuerungen gegenüber der EU die Ukraine zur Zeit nur Gas für notwendige Transportmöglichkeiten zur Verfügung stellen wird. Zur Zeit hat es noch keine größere Änderung im Gasvolumen nach Westeuropa gegeben. Lediglich Rumänien und Polen hätten einen Druckabfall der gelieferten Gaszufuhr seitens der Ukraine festgestellt.

Juschtschenko seinerseits hat gegenüber Bundeskanzlerin Merkel einen reibungslosen Transport russischen Gases über separate Pipelines nach Westeuropa zugesichert. Inzwischen hat GASPROM erklärt, sollte die Ukraine auf das günstige russische Angebot nicht eingehen, die Gaspreise automatisch auf Weltpreisniveau anzuheben und um den Gasexport nach Westeuropa sicherzustellen, diesen in verstärktem Maße über Belarus zu leiten.


- Wie lange wird es noch dauern?
- Bis wir den Gas bezahlen, Juliia!

Informationen des Russlandskorrespondenten A. Bekenjow bearbeitet durch Brigitte Queck und Dr. Falkenhagen


Quelle: die Autoren

Originalartikel veröffentlicht am 5.1.2009

Über den Autor

H-J Falkenhagen und Brigitte Queck sind assoziierte AUtoren von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Dieser Artikel kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl die Autoren als auch die Quelle genannt werden.

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IM BAUCH DES WALFISCHES: 05/01/2009

 
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