Der islamische Fundamentalismus ist zwar eine Realität, doch sein terroristisches Potential ist eine Leihgabe vor allem der US-amerikanischen und britischen Geheimdienste, die Europa auf diese Weise immer tiefer in ihren weltweiten Krieg verstricken wollen.
Mit der Bedrohung durch Al Kaida wurden immer weitgehendere Eingriffe in demokratische Freiheits-rechte gerechtfertigt. Ein totaler Überwachungsstaat wie in George Orwells Buch »1984« ist keine böse Utopie mehr, sondern Regierungsprogramm - zumindest in Großbritannien und Deutschland.
Im Stadtteil Beyoglu ist Istanbul vielleicht am europäischsten: In der Flaniermeile Istiklal Caddesi (»Straße der Unabhängigkeit«) stöckeln Frauen auf hohen Absätzen und mit kurzen Röcken durch teure Laden und Passagen, Kopftuch oder gar Schleier sieht man nirgendwo. Kosmopolitisches Flair vermitteln internationale Bankhäuser, feine Hotels, Büros von Fluggesellschaften und modernistische Galerien. Zu den touristischen Attraktionen gehören der Taksim-Platz mit dem Opernhaus, der Galata-Turm mit seiner atemberaubenden Aussicht und der Dolmabahce-Palast aus der Zeit der Sultane. In diesem Viertel wohnten schon in den Zeiten des Osmanischen Reiches die nicht-moslemischen Minderheiten und die Residenten aus dem Ausland, und es ist wenig verwunderlich, dass hier auch heute noch beinahe alle Vertretungen der westlichen Staaten konzentriert sind.

Der Garten des britischen Konsulats nach dem Anschlag

Die HSBC-Bank nach dem Anschlag
Aladins Bomben
Nicht weit von dort schlugen die Attentäter am 20. November 2003 zu: Ein Kleintransporter fuhr
um elf Uhr Ortszeit in das Gebäude des britischen Konsulats, danach kam es zu einer gewaltigen Detonation. Das massive Gebäude lag teilweise in Trümmern. Aussenmauern kippten auf die Fahrbahn und Trümmerfelde beschädigten Autos. Selbst die tonnenschwere Eingangstür hielt der Explosion nicht stand. In den Seitenstraßen der Umgebung splitterten die Fensterscheiben. »Ich glaubte an ein Erdbeben, der ganze Bau wankte«, berichtete ein Mitarbeiter des türkischen Personals, der sich im Vorratsraum der Küche aufhielt.1 Unter den mindestens 27 Todesopfern dieses Tages war auch der britische Generalkonsul Roger Short.
Die Zentrale der britischen HSBC-Bank in der Türkei, ein 20-stöckiges Gebäude an einer mehrspurigen Hauptverkehrs-ader, war zeitgleich der zweite Tatort. Ein Anblick des Schreckens: »Vor dem Gebäude liegen drei, am Seiteneingang ein Mensch, ein weiterer auf dem Fußsteig, alle unkenntlich, schwarz«, berichtet ein Passant im »Stern«. »Auf dem Boden lagen zerstreut abgerissene Hände und Arme.«2 Fünf Tage zuvor war bereits eine Autobombe vor Istanbuls größter Synagoge Neve Shalom, sowie vor der fünf Kilometer entfernten Beth-Israel-Synagoge im Stadtteil Beþiktaþ explodiert. Der 15. November war Schabbat gewesen, die Gotteshäuser waren mit Betenden gefüllt. 24 Menschen wurden zerfetzt, mehrheitlich Muslime, die in den umliegenden Moscheen oder in nahe gelegenen Geschäften arbeiteten. Es waren die ersten Al Kaida zu-geschriebenen Anschläge in der Türkei. Als Täter klagte die Justiz in der Folge 73 Islamisten. Der erste Prozess ging am 16. Februar 2007 mit sieben Urteilen zu je lebenslanger Haft zu Ende. Der bekannteste Verurteilte war ein gewisser Louai Sakra.

Die Neve Shalom Synagoge nach dem Anschlag
Der Weg eines Moslembruders
Sakra wurde Ende Juli 2005 im osttürkischen Diyarbakir festgenommen. Ihm legten die Ermittlungsbehörden später zur Last, an der Planung der Anschläge im Jahr 2003 beteiligt gewesen zu sein. Bombenleger hatten bei Verhören ausgesagt, ein Syrer namens »Aladin« habe die Terrorattacken finanziert. Die Identifizierung dieses Aladin soll nicht allzu schwer gewesen sein: Sakra ist Syrer, und als Tarnnamen benutzte er unter anderem »Dr. Alaa« oder auch »Ala al Din«.3 Angeblich soll er die Anschläge »vorgeschlagen« und mit » 160 000 Dollar aus Al Kaida-Depots« finanziert haben.4 Zu Sakras Festnahme war es gekommen, nachdem es in seinem Ferienappartement in Antalya einen Brand gegeben hatte, als er angeblich mit Sprengstoff werkelte. »Ich hatte eine Bombe von einer Tonne vorbereitet, israelische Schiffe hatte ich angegriffen«, soll Sakra laut türkischen Zeitungsberichten geschrieben haben, als ihn die Beamten abführten. Im Herbst 2007 gab er der Londoner »Times« im Hochsicherheitstrakt von Kandira, 100 Kilometer östlich von Istanbul, mehrere Interviews und skizzierte dabei seinen Lebensweg. Dabei hat er, so die Redaktion, »seine angebliche Rolle in einigen der wichtigsten Verschwörungen der letzten Jahre enthüllt und gab auch möglichen Aufschluss über einige der ungelösten Fragen, die dabei im Raume stehen«.6
Sakra wuchs demnach in Syrien auf. Seine Politisierung begann schon in jungen Jahren: 1982, als er neun Jahre alt war, zerschlug Staatschef Hafez al Assad einen Aufstand der fundamentalistischen Moslembruderschaft. Bei der blutigen Säuberung der Stadt Hama metzelten Sicherheitskräfte Zehntausende Gläubige nieder. »Wie jeder andere muslimische Junge wurde ich von diesem Ereignis zutiefst geprägt«, erinnert sich Sakra.7 Der Ausbruch des bosnischen Bürgerkrieges 1992 elektrisierte Sakra - er wollte unbedingt seinen Glaubensbrüdern auf dem Balkan helfen. Zunächst eröffnete er in der Türkei ein Rekrutierungsbüro für Mudschaheddin, über das auch medizinische Hilfe organisiert wurde. Dann führte er mit Freiwilligen Kampfübungen in den Sylva-Bergen in der Nähe von Istanbul durch. Von dort aus wurden Kämpfer auf den Balkan, aber auch nach Tschetschenien geschickt. Dabei kam er auch in Kontakt mit Abu Zubaydah, einem Gefährten Bin Ladens. Mit ihm soll er einen Anschlag zum Millenniumswechsel in Jordanien geplant haben, der rechtzeitig verhindert wurde. Nach der US-Invasion im Irak im März 2003 will Sakra gegen die Besatzungstruppen gekämpft haben, und zwar an der Seite des Top-Terroristen Abu Musab az-Zarqawi. Angesichts dieses Sündenregisters ist es kein Wunder, dass der Syrer in den Veröffentlichungen der US-Regierung als »Nummer 5« in der Hierarchie von Al Kaida bezeichnet wird. Sein Anwalt Osman Karahan schlägt ein noch höheres Ranking vor: Sakra sei die »Nummer 1« im Al Kaida-Netzwerk, jedenfalls bezogen auf Europa, Iran und Syrien.8 Das hört sich etwas aufschneiderisch an. »In der Türkei sagen Quellen im Polizeiapparat, Sakra könnte ein Fall für die psychiatrische Klinik oder vielleicht ein Egomane sein, der seine Rolle überschätzt.«9
Sakra und 9/11
Doch man sollte den Syrer nicht allzu schnell als Großsprecher abtun. Denn ausgerechnet ein zentraler Punkt seiner Vita wird von der Gegenseite bestätigt: Seine Rolle in der Vorbereitung des 11. September 2001. »Ich war einer der Leute, die die Täter des 11. September kannten, und ich kannte die Zeit und den Plan der Angriffe im Voraus. Ich nahm auch an den Vorbereitungen der Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon teil. Ich besorgte Geld und Pässe.«10 Nach Sakras Angaben sind im Jahre 1999 sechs Leute in sein Trainingslager in den Yalova-Bergen gekommen, von denen vier eigentlich zum Kämpfen weiter nach Tschetschenien wollten. Da aber der Grenzübergang via Georgien blockiert war, flogen alle sechs mit Sakras Hilfe - er besorgte Geld und Passe, fälschte auch die Visa11 -nach Afghanistan. Dort wurden sie von Sakras Freund Abu Zubaydah in Empfang genommen und auf die angeblich wichtigste - und letzte - Aufgabe ihres Lebens eingeschworen: die Beteiligung am 11. September. Tatsächlich finden sich die Namen aller sechs in der Todesliste der Hijacker, die die US-Regierung nach den Anschlägen veröffentlicht hat: Ahmed und Hamza al Ghamdi (ihre Körper verbrannten angeblich im Süd-Tower des World Trade Center), Satam al Sugami (starb im Nord-Tower), Saeed al Ghamdi (stürzte mit der Maschine in Pennsylvania ab) sowie Majed Moqued und Nawaf al Hazmi (sollen in jenem Flugzeug gewesen sein, das ins Pentagon crashte).12

Satam al Sugami & Saeed al Ghamdi

Majed Moqued & Nawaf al Hazmi
Die Aussage Sakras gegenùber der »Times« wird teilweise von der 9/11-Kommission des US-Kongresses bestâtigt. Sie hat auch Erkenntnisse zusammengetragen, wonach neun der 19 an-geblichen Hijacker, darunter die vier von Sakra Genannten, ursprünglich über die Türkei und Georgien nach Tschetschenien reisen wollten.13 Wie wohlvertraut mit den 9/11-Anschlagsvorbereitungen Sakra war, beweist auch seine Warnmeldung im Vorfeld. Im »Spiegel« heißt es: »Am 10. September 2001, einen Tag vor den Anschlägen in den USA, berichtete Sakra angeblich dem syrischen Geheimdienst, in naher Zukunft seien Anschläge von Al Kaida in Amerika geplant. Es fielen keine Städtenamen und keine Gebäudebezeichnungen, aber Sakra nannte schon am Tag vor den Anschlägen Details der >Operation Heiliger Dienstag<, unter anderem Flugzeuge aïs Tatwaffen und Türme als Ziele. Er muss, davon gehen westliche Geheimdienste aus, offenkundig Insiderwissen besessen haben. «14 Zu den Quellen in westlichen Geheimdiensten, auf die sich der »Spiegel« berufen könnte, gehörte auch der damalige CIA-Chef George Tenet.
Lieber Whiskey als Allah
Das Verblüffende: Der Mann, der an so vielen Schreckenstaten des vermeintlichen Heiligen Krieges beteiligt war, war selbst alles andere als religiös. Als er im Gefängnis verhört wurde und man ihm anbot, eine Pause zu machen, damit er beten könnte, antwortete er: »Ich bete nicht. Ich mag nicht beten. Ich trinke stattdessen Alkohol und ich bevorzuge Whiskey und Wein.«15 In Antalya, in der Zeit vor dem angeblich von ihm geplanten Anschlag auf das israelische Kreuzfahrtschiff, sah man ihn am Swimmingpool der Ferienanlage herumlümmeln, Bier trinken und die Reize einer langhaarigen Schönen genießen »Die Polizei sagte, ein solches Verhalten auf der obersten Ebene von Al Kaida sei >verwirrend<.«17
Bei diesen Widersprüchen verwundert es nicht, dass die türkische Tageszeitung »Zaman« einen ihrer ersten Artikel nach Festnahme Sakras die Überschrift »A1 Kaida - eine Geheimdienstoperation?« gab.18 Mit Bezug auf die Verhörunterlagen der türkischen Polizei schrieb das Blatt, die CIA habe Sakra bereits vor 9/11, nämlich im Jahr 2000, einen Job und einen hohen Geldbetrag offeriert. Die US-Amerikaner hätten ihn in diesem Jahr zwei Mal einer Befragung unterzogen. »In Folge der Befragung bot ihm die CIA eine Beschäftigung an. Er bekam auch eine große Summe Geldes von der CIA.« Im späteren Verlauf habe ihn die syrische Staatssicherheit verhaftet, verhört und offenbar angeworben. Auch der türkische Geheimdienst soll bereits seit dem Jahr 2000 auf Bitten der US-Amerikaner hinter dem Syrer her gewesen sein. »Sakra wurde zu einem Triple Agent für die Geheimdienste«, resümierte »Zaman«.19 Dass Sakra zumindest zeitweise ein Mann Washingtons war, wird indirekt, wie bereits angedeutet, auch vom damaligen CIA-Chef Tenet bestätigt. In seinem 2007 veröffentlichten Buch »At the Center of the Storm« geht er auf die oben erwähnte 9/11-Warnung am 10. September 2001 ein und schreibt, »dass ein Informant, den wir gemeinsam mit einem mittelöstlichen Land nutzten, seinen ausländischen Führer traf und ihm im Grunde sagte, dass eine grosse Sache passieren wùrde«.20 Der Name des Informanten fällt hier zwar nicht explizit, aber die Details der Angaben Tenets passen zu Sakras vom »Spiegel« erwähnter Warnung am Vorabend des Massenmords. Es gibt keinen anderen Agenten, der - auch - für die CIA arbeitete und vor 9/11 eine Regierung im Mittleren Osten über die bevorstehende Katastrophe informiert haben will.
BND im Zwielicht
Sakra behauptet, auch mit dem Hamburger 9/11-Verdächtigen Mohammed Atta Kontakt gehabt zu haben -, allerdings ohne Details zu nennen.21 Immerhin war er zwei Mal längere Zeit in Deutschland. Vom September 2000 bis zum 24. Juli 2001 war er unter dem Namen »Louai Sakka« als Asylbewerber im beschaulichen Schwarzwaldstädtchen Schramberg gemeldet. Mit ihm in der Sammelunterkunft Majolika wohnten seine 18-jährige Frau und ihre zwei Kinder. »Auf Suddeutschland kam der umtriebige Syrer wohl, weil er 1997 bei einer seiner Reisen zwei Konvertiten aus Deutschland kennen gelernt hatte: die Brüder Christian und Matthias K., zwei junge Deutsche, die zum Islam übergetreten waren und von Tschetschenien und den Mudschaheddin schwärmten. Die Familien verstanden sich blendend. Bald heirateten die Deutschen zwei Schwestern von Sakra und zogen in die Nähe von Schramberg«.22 Uber die deutschen Konvertiten mag Sakra auch Kontakte zum Hetzprediger Yehia Yousif gehabt haben. Yousif kannten die beiden Brüder aus seiner Freiburger Zeit. Als Sakra in Schramberg ankam, war Yousif bereits V-Mann des Verfassungsschutzes von Baden-Württemberg geworden und siedelte gerade nach Ulm über, wo eines der Zentren des gewaltbereiten Fundamentalismus entstand.
Von Ende Juli 2001 bis Anfang Oktober 2001 - also in der Zeit unmittelbar vor und unmittelbar nach 9/11 - war Sakra nicht in Deutschland gemeldet. Dann reist er erneut ein. Diesmal landet er in Holzgerlingen, einer Kleinstadt in der Nähe von Stuttgart. Dort nimmt ihn das Bundeskriminalamt (BKA) ins Visier. »Sakra, das ist Ende 2001 ein ganz dicker Fisch für die deutschen Fahnder«, fasst das ARD-Magazin »Panorama« zusammen.23 »Er hatte dazu beitragen können, die Al Kaida-Zellen, die hier noch vorhanden sind, aufzuhellen oder sogar zu zerschlagen. Er hatte dazu beitragen können, dass weitere Anschläge verhindert werden können«, sagte ein Kriminalbeamter gegenüber »Panorama«. Doch das BKA kann Sakra nicht fassen, weil er rechtzeitig flieht, offenbar mit Hilfe des deutschen Geheimdienstes BND. »Der schwerwiegende Verdacht der BKA-Beamten, so ein internes Dossier: Auch der Bundesnachrichtendienst BND sei auf Sakra aufmerksam geworden. Im Ergebnis soll der Geheimdienst dann polizeiliche Maßnahmen gegen den Terroristen verhindert haben. Sakra sei nach Syrien gebracht worden.«24 Der BND dementierte heftig.
Nach Sakras Verhaftung im August 2005 beschäftigte sich das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) des Deutschen Bundestags mit dem Vorgang, befragte Beauftragte der Bundesregierung sowie Mitarbeiter der Geheimdienste und studierte die internen Akten. Einstimmig kam die von allen Parteien beschickte Kommission am Ende zu der Erkenntnis: »Die gegen den BND erhobenen Vorwürfe entbehren nach den Feststellungen des Kontrollgremiums jeglicher Grundlage.«25 Trotzdem bleiben Zweifel, weil das PKG in den letzten Jahren immer wieder von der Bundesregierung getäuscht wurde, gerade im Zusammenhang der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit beim Antiterrorkampf. Außerdem gehörten bei besagter Sitzung die investigativen Abgeordneten Max Stadler (FDP) und Wolfgang Neskovic (Linke) noch nicht dem Gremium an, die in der folgenden Legislaturperiode manche Vertuschungsaktion aufdecken sollten. Hans-Christian Ströbele, der dritte unbequeme Abgeordnete im PKG, kann sich heute nicht mehr an die Sitzung des Gremiums zum Fall Sakra erinnern. Nicht vom PKG geklärt ist außerdem ein weiterer schwerer Vorwurf Sakras. Demnach erschienen bei ihm im türkischen Gefängnis zwei Englisch sprechende Männer und boten ihm zehn Millionen Dollar an, falls er den syrischen Geheimdienstchef Asif Schaukat aïs Drahtzieher des Mordes am libanesischen Premier Rafik Hariri im Jahre 2005 bezichtige. In diesem Fall wurde ihn der deutsche Staatsanwalt Detlev Mehlis, der im UN-Auftrag den Hariri-Mord untersuchte, im Gefängnis besuchen »und sein Leben wurde gerettet«.26
Mann mit den vielen Gesichtern
Ob die Aussagen Sakras gegenùber »Zaman« und »Times« stimmen, wird sich wohl nie genau herausfinden lassen. Kein Mensch weiß nämlich, ob der Mann, der vor Gericht stand und heute im Gefängnis sitzt, überhaupt der richtige ist. Schon bei seiner Festnahme in Antalya sah er anders aus als auf den Steckbriefen wegen des Istanbul-Anschlages - er hatte sich einer Gesichtsoperation unterzogen.27 Dann, zu Beginn des Prozesses im März 2006, sah er wieder ganz anders aus, er war schwerer und trug einen Vollbart. Die »Washington Post« berichtet: »Mehr als 20 Journalisten gelang es nicht, Sakra zu erkennen, aïs er das Gebäude betrat, sogar sein eigener Anwalt bezweifelt die angebliche Identität seines Mandanten.«28
Fußnoten
1 Ingo Bierschwale: Blankes Entsetzen nach dem Blutbad, Stem Online, 20.11.2003.
2 Vgl. Ingo Bierschwale
3 Dominik Cziesche (u.a.): Aladin aus dem Schwarzwald, Spiegel, 15.8.2005.
4 Karl Vick: A Bomb Builder, >Out of the Shadows<, Washington Post, 20.2.2006.
5 dpa: Türkei erlässt Haftbefehl gegen Syrer, Berliner Morgenpost, 12.8.2005.
6 Chris Gourlay/Jonathan Calvert: Al Kaida kingpin: I trained 9/11 hijackers, Sunday Times, 25.11.2007.
7 Vgl. Chris Gourlay /Jonathan Calvert.
8 Vgl. Chris Gourlay/Jonathan Calvert.
9 Vgl. Chris Gourlay/Jonathan Calvert.
lO Ercan Gun: Al-Qaeda, A Secret Service Operation?, Zaman, 14.8.2005.
11 Ercan Gun: Interesting Confessions: I Provided 9/11 Attackers with Passports, Zaman, 14.8.2005.
12 Vgl. Chris Gourlay/Jonathan Calvert.
13 9/11 Commission, engl. Ausgabe, S. 233.
14 Vgl. Dominik Cziesche/u.a.
15 Vgl. Ercan Gun, Fußnote 11.
16 Vgl. Karl Vick.
17 Vgl. Ercan Gun, Fußnote 11.
18 Vgl. Ercan Gun, Fußnote 10.
19 Vgl. Ercan Gun, Fufsnote 10.
20 George Tenet: At the Center of the Storm. My Years at the CIA, New York 2007, S. 160.
21 Vgl. Ercan Gun, Fussnote 11.
22 Vgl. Dominik Cziesche /u.a.
23 Thomas Berndt, Ahmet Senyurt: Sakra - Fluchthilfe fur einen Terroristen?, ARD-Panorama, 27.10.2005.
24 Vgl. Thomas Berndt, Ahmet Senyurt.
25 Pressemeldung des Deutschen Bundestages, Vorwürfe von »Panorama« gegenùber BND nicht bestätigt, 30.11.2005.
26 Nick Brauns: Komplott aufgeflogen, junge welt, 15.11.2005; Sakra hatte den Vorgang in einem Brief an die arabische Tageszeitung Al Hayat beschrieben.
27 Vgl. Karl Vick.
28 Karl Vick: Suspect in Al-Qaeda Bombings Disrupts Trial in Turkey, WP, 21.3.2006.
Dieser Text ist ein bearbeitete Version aus: Jürgen Elsässer, Terrorziel Europa.
Das gefährliche Doppelspiel der
Geheimdienste. Residenz Verlag, St. Pölten 2008, 344 S., 21,90 €
Quelle: International, Wien, Nr. 1/2009
Originalartikel veröffentlicht im April 2009
Über den Autor
Dieser Artikel kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor als auch die Quelle genannt werden.
URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=7445&lg=de
