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09/12/2016
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Rede an der internationalen Konferenz: „Re-envisioning: Israel-Palestine“ (Neue Sicht auf Israel-Palästina), Kapstadt, 12. Juni 2009

Der andere Apartheidstaat


AUTOR:  Ronnie KASRILS

Übersetzt von  Ellen Rohlfs & Inga Gelsdorf


Darf ich mit dem Zitat eines Südafrikaners beginnen, der  schon 1961 eindeutig feststellte, dass „die Juden das Land Israel den Arabern wegnahmen, nachdem diese länger als 1000 Jahre dort lebten. Israel ist wie Südafrika ein Apartheidstaat.“ (Rand Daily Mail, 23. Nov. 1961) Das waren nicht Worte von Nelson Mandela, Erzbischof Tutu oder Ruth First, sondern wurde von niemand anderem als dem Architekten der Apartheid selbst, dem rassistischen Ministerpräsidenten Dr. Hendrik Verwoerd ausgesprochen.
Er war verärgert über die Kritik an der Apartheidpolitik und H. Macmillans Rede … und die wachsende internationale Empörung, die auf das Massaker von Sharpeville folgte  - im Gegensatz zur westlichen bedingungslosen Unterstützung für das zionistische Israel.

Auf jeden Fall hatte Verwoerd Recht. Beide Apartheidstaaten, Südafrika und das zionistische Israel, waren koloniale Siedlerstaaten, die durch brutale Enteignung des Landes und des Geburtsrechtes der einheimischen Bevölkerung geschaffen wurden. Dies ist im Fall Israels ab der Zeit von Herzl durch Jabotinsky, Ben Gurion, Menachim Begin, Mosche Dayan bis Sharon und andere  - ohne sich zu schämen - dokumentiert worden. Beide Staaten predigten und  führten eine Politik aus, die sich auf rassische Ethnizität gründete. Der ausschließliche Anspruch der Juden in Israel und der Weißen in Südafrika schließen Staatsbürgerschaft aus: (monopolisierte Rechte im Gesetz hinsichtlich des Landbesitzes, des Besitzes, des Handels, des besseren Zuganges zur Bildung, zum Gesundheitswesen,  zu sozialen, sportlichen und kulturellen Einrichtungen,  der Pensionen und Gemeindedienste) und geht auf Kosten der ursprünglich einheimischen Bevölkerung; das tatsächliche Monopol der Mitgliedschaft beim Militär und bei den Sicherheitskräften, durch privilegierte Entwicklung nach ihren eigenen rassischen, vorherrschaftlichen Linien; sogar die Heiratsgesetze beider Länder sind dafür bestimmt, die rassische „Reinheit“ zu bewahren. Die Tatsache, dass der palästinensischen Minderheit innerhalb Israels zu wählen erlaubt ist, macht kaum die Ungerechtigkeit auf allen anderen Gebieten der elementaren Menschenrechten wieder gut.. Auf jeden Fall dürfen die Palästinenser, denen es gestattet ist, sich für die Wahl in der Knesset aufstellen zu lassen, Israels Existenz als jüdischer Staat nicht in Frage stellen.

Die sog. Nicht-Weißen in der Apartheid Südafrika, die einheimischen Afrikaner und andere  von gemischter Rasse oder asiatischen Ursprungs – so wie die 2. oder 3.Klasse Nicht-Juden in Israel selbst, als auch in den militärisch besetzen Gebieten – erhalten einen Status als Nicht-Staatsbürger, eine kafkaesker Status und Gegenstand aller Arten von Diskriminierungen und Beeinträchtigungen, wie z.B. die Gesetze, die Bewegungsfreiheit stark einschränkt oder der Zugang zu Arbeit und Handel und die Bestimmung, wo sie wohnen können usw. bestimmt. Verwoerd war Israels Enteignung der einheimischen Palästinenser im Jahr 1948 sehr wohl bewusst (das Jahr in dem seine Apartheid-Partei auch zur Macht kam), auch die Zerstörung ihrer Dörfer, die geplanten Massaker und die systematische ethnische Säuberung.

Innerhalb weniger Jahre, nachdem Südafrikas Apartheidsregime zur Macht kam, wurden die Städte von sog. „schwarzen Flecken“ gesäubert, d.h. die Orte wo Nicht-Weiße lebten, gesellschaftlich verkehrten, studierten und Handel trieben: die Häuser wurden abgerissen, die Familien auf Militärwagen geladen und an entfernten Orten wieder angesiedelt. Ungleich „Naturreservaten“ – die bald zu Bantustans wurden – waren diese nicht weit von Industriegebieten, weil die Wirtschaft mit einer bestimmten Menge billiger schwarzer Arbeitskräfte prächtig gedieh.

Während Verwoerd  die Teilung Palästinas nach dem 6-Tage-Krieg 1967 nicht mehr erlebte und auch nicht die folgende Schaffung der winzigen Bantustans in der Westbank und im Gazastreifen, die er sehr bewundert haben würde und deren Machenschaften er gebilligt hätte, die die Palästinenser in ihre eigenen ghettoisierten Gefängnisse einsperrten . dies war schließlich der Verwoerd’sche große Plan und der Grund, warum Carter die besetzten palästinensischen Gebiete - der Apartheid so ähnlich – so leicht identifizieren konnte.

Tatsächlich bestanden die Bantustans aus 13% der Apartheid Südafrikas, unheimlich vergleichbar mit den lächerlichen, immer kleiner werdenden Landstücken, die Israel den Palästinensern überlässt. Es wird geschätzt, dass gut ein Drittel der besetzten Gebiete von den illegalen Siedlungsblöcken, dem Sicherheitsnetz und den bizarren Straßen „nur für Juden“ besetzt ist. Die Folgen davon sind, dass von den 22% des Westbankgebietes von vor 1967 nur mehr 12% des historischen Palästina von vor 1948 übrig geblieben sind.

Als der frühere stellvertretende Außenminister Azaz Pahad und ich 2004 mit einer südafrikanischen Delegation Yasser Arafat in seiner demolierten Residenz in Ramallah besuchten, zeigte er rund um sich und sagte: „Sehen Sie, das hier ist nichts als ein Bantustan.!“  „Nein“, sagten wir und machten darauf aufmerksam, dass kein Bantustan und  nicht einmal die Townships von Flugzeugen bombardiert  oder von Panzern zerstört worden sind. Arafat, der erstaunt große Augen machte, wiesen wir darauf hin, dass Pretoria sogar Gelder (in die Bantustans) hineinpumpte, eindrucksvolle Verwaltungsgebäude baute und den Bantustan-Fluglinien erlaubte, die … Hauptstädte anzufliegen, um die Welt zu beeindrucken, dass sie es mit der sog. getrennten Entwicklung ernst meinten. Die Bantustans waren nicht einmal eingezäunt.

Was Verwoerd auch erstaunte, war die Straflosigkeit, mit der Israel Staatsgewalt und -terror ausübt, um sein Ziel zu verfolgen, ohne von den westlichen Alliierten, besonders den USA behindert zu werden. Was Verwoerd  und seinesgleichen in Israel bewunderten, und was sie in der südafrikanischen Region nachzuahmen sich bemühten, war die Art, wie die westlichen Mächte einem imperialistischen Israel erlaubten, sein ungezügeltes Militär zu benützen, um sein Gebiet zu erweitern und den aufkommenden arabischen Nationalismus in seiner Nachbarschaft zu unterdrücken.

Nach dem Sechs-Tage-Krieg stellte Verwoerds Nachfolger Vorster  bekanntermaßen fest: „Die Israelis haben die Araber vor dem Mittagessen geschlagen; wir werden die afrikanischen Staaten zum Frühstück verspeisen.“  Er fügte diese letztere Warnung angesichts der unabhängigen afrikanischen Staaten hinzu, die den in der Region wachsenden bewaffneten Befreiungskampf unterstützten.

Aber es war nicht nur die rassistische Doktrin Israels, die die Apartheidführer erregte, es war die Anwendung des biblischen Narratives als ideologische Begründung, die seine Vision, Ziele und Methoden rechtfertigte.

Die ersten holländischen Pioniere, die Afrikaans, hatten die Bibel und das Gewehr als Kolonisten angewandt, um ihre exklusive Festung im südafrikanischen Hinterland aufzubauen. Wie die biblischen Israeliten behaupteten sie, Gottes auserwähltes Volk zu sein, mit dem Auftrag, die Wilden zu zähmen und zu zivilisieren. Die Produktivität und den Fleiß der (einheimischen) Leute ignorierend, die den Boden bearbeiteten und Jahrhunderte lang Handel trieben, behaupteten die Kolonisten, allein sie würden aus dem Land ein Land machen, in dem Milch und Honig fließt. Sie beriefen sich auf einen Bund mit Gott, der ihnen die Feinde in ihre Hände gibt und ihre Taten segnet. Bis zu Beginn der südafrikanischen Demokratie lehrten die rassistischen Geschichtsbücher gewöhnlich, dass  der weiße Mann in Südafrika ankam, bevor die sog „Bantustämme“ vom Norden über den Limpopo-Fluss wanderten,  - sie aber die Pioniersiedler gewesen seien und das Land ohne Volk vorfanden. Solch eine koloniale, rassistische Mentalität, die den Genozid der einheimischen Völker Amerikas, Australiens, in Afrika von Namibia bis zum Kongo und anderswo rationalisierten, hat in Palästina deutlich sein Echo gefunden. Was  bei dieser modernen kolonialen Heuchelei so schamlos ist, ist, dass es dem zionistischen Israel vom Westen erlaubt worden ist, sogar  im 21. Jahrhundert noch solch ein Ziel zu verfolgen.

Es ist deshalb überhaupt nicht schwierig, auch von Ferne zu erkennen – wie es Verwoerd tat, dass Israel tatsächlich ein Apartheidstaat ist. Verwoerds Nachfolger Baltasar John Vorster besuchte Israel nach dem Oktober-Krieg, 1973, als Ägypten mit einem seltenen Sieg den Suezkanal zurückeroberte und später in einem Friedensabkommen auch den Sinai wieder bekam. Danach wurden Israel und Südafrika tatsächlich Partner und Militärverbündete; denn Pretoria half unmittelbar nach dem Rückschlag 1973 Israel militärisch wieder aufzurüsten und dieses half der Apartheid Südafrika auf dem Höhepunkt der Sanktionen mit Waffen und Technologie  - von  der Marine, der Umwandlung von Überschallflugzeugen bis zur Hilfe beim Bau von sechs Atombomben und der Schaffung einer blühenden Waffenindustrie.

Für die Befreiungsbewegungen des südlichen Afrika stellen Israel und die Apartheid Südafrika eine rassistische koloniale Achse dar. Es wurde festgestellt, dass Leute wie Vorster als Nazi-Sympathisanten während des 2.Weltkriegs interniert waren, doch in Israel als Helden gefeiert und übrigens nie wieder von südafrikanischen Zionisten als Antisemiten erwähnt wurden. Das überraschte jene nicht, die die wahre rassistische Natur, den rassistischen Charakter des zionistischen Israel begriffen hatten.

Es ist aufschlussreich, hier noch hinzuzufügen, dass Israel in seinem Verhalten und seinen Methoden der Unterdrückung immer mehr der Apartheid Südafrikas auf ihrem Höhepunkt gleicht – ja sie mit seiner Brutalität, den Hauszerstörungen, Beseitigung von Dörfern, gezielten Tötungen, Massakern, Inhaftierungen und Folter seiner Gegner und die Aggressionen gegen Nachbarstaaten übertrifft.

Sicherlich können wir Südafrikaner die pathologische Ursache identifizieren, die den Hass der israelisch politisch-militärischen Elite und Öffentlichkeit im Allgemeinen schürt, sodass immer mehr extreme rassistische Einstellungen seiner gewählten Vertreter hochkommen, was bei den letzten nationalen Wahlen besonders deutlich wurde. Es ist auch für jemanden, der die Kolonialgeschichte kennt, nicht schwierig, die Art und Weise zu verstehen, mit der bewusst kultivierter Rassenhass als Rechtfertigung für die brutalsten und unmenschlichsten Aktionen gegen wehrlose Zivilisten – Frauen, Kinder und Alte  – eingeprägt wird, wie man es kürzlich im Gazastreifen erlebte. Aus solch hemmungslosem Rassismus entstehen diese genozidalen Kriege…

Ohne Übertreibung kann behauptet werden, dass jeder Südafrikaner, der die besetzten palästinensischen Gebiete besucht, gleichgültig, ob er in den Freiheitskampf involviert oder von grundlegender menschlicher Anständigkeit motiviert ist, von der Situation, in der sich die Palästinenser befinden, zutiefst betroffen ist. Er wird den vielen Beobachtungen Erzbischof Tutus zustimmen, auch seiner letzten, dass auch Dinge in Israel geschehen, einschließlich Kollektivbestrafung, die es während der Apartheid Südafrikas nie gab. (London Guardian, 28. Mai 2009). Ich möchte hier an die Worte Aharon Cizlings, eines israelischen Kabinettministers aus dem Jahre 1948 erinnern, nachdem die Brutalität des Deir Yassin-Massakers an 240 Dorfbewohnern bekannt wurde. Er sagte: "Nun haben auch wir uns wie Nazis aufgeführt, und meine ganze Existenz ist erschüttert“ (Tom Segev: Die ersten Israelis)

Man berichtet, dass Gerald Kaufmann, ein altgedientes britisches Parlamentsmitglied und langjähriger Freund Israels, geäußert hat, dass eine Sprecherin des israelischen Verteidigungsministeriums wie ein Nazi gesprochen habe, indem sie die Toten der wehrlosen Bevölkerung im Gazastreifen kaltblütig pauschal abgetan hat – unter ihnen viele Frauen und Kinder. Wir dürfen nicht zulassen, dass das, was so erschreckend sichtbar ist … aus dem Diskurs ausgelassen wird: der unaufhaltsame Aufstieg der Faschisten in Machtpositionen Israels, wie Avigdor Lieberman; die drohende Vertreibung der 1948er Palästinenser; die Umsetzung von Jabotinskys „Eiserner Mauer“. Die Knesset hat mit großer Mehrheit einem Gesetz zugestimmt, das jeden mit Freiheitsstrafe bedroht, der leugnet, Israel sei ein jüdischer und demokratischer Staat; über ein Gesetz wird noch diskutiert, das jedem verbietet, einen bi-nationalen Staat zu befürworten; dass jeder inhaftiert werden soll, der die Nakba betrauert. Niemand anders als Zipi Livni hat die selben Argumente. Diese werden von Uri Avnery (israel. Schriftsteller und Friedensaktivist) als eine Struktur rassistischer Gesetze mit einem eindeutig faschistischen Geruch beschrieben.

Man muss offen aussprechen: wenn die Verbrechen des Holocaust auf der Skala menschlicher Barbarei in der Neuzeit ganz oben stehen, wohin setzen wir die menschlichen Opfer von dem, was kürzlich im Gazastreifen geschah, die zahlreichen blutbefleckten Meilensteine seit 1948  oder die Verbrechen im Libanon 1983 und 2006? 

Wie bewerten wir die Unmenschlichkeit des Abwurfs von Bomben und brennendem weißen Phosphor auf die Zivilbevölkerung, das Verbrennen von Menschen bei lebendigem Leibe, das Schmoren und Vergiften bei ständiger Belagerung des Gaza-Ghetto, ohne einen Flucht- oder Schutzort . In den 22 Tagen des pausenlosen Bombardements wurden ganze Familien vor den erschrockenen Augen eines überlebenden Elternteils oder überlebenden Kindes ausgelöscht.

Guernica, Lidice, Warschauer Ghetto, Deir Yassin My Lai, Sabra u. Shatilla, Sharpeville stehen oben auf der Skala – und die Täter des Gemetzels in Gaza sind noch einmal Nachkommen der Holocaust-Opfer und verhalten sich, laut Cizling, wie Nazis. Dies darf nicht ungestraft bleiben. Die internationale Gemeinschaft muss darauf bestehen, dass gegen sie ein Untersuchungsverfahren wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingeleitet wird. Wenn man die Täter nicht aufhält, werden weitere, größere Verbrechen verübt, die sich nicht nur über den gesamten Nahen Osten und den Iran ausbreiten, sondern auch noch darüber hinaus. Und selbstverständlich wird es mit Israel, einem Hauptverbündeten der USA im Hinblick auf nationale Interessen, kein Ende dieser blutigen Geschichte geben – die darauf abzielt, dass die Palästinenser dasselbe Schicksal erwartet wie die ausgelöschte Bevölkerung der ehemaligen Kolonialzeit.

Aber solch ein Schicksal dürfen wir nicht zulassen. Können wir glauben, dass ein von Barak Obama geleitetes Amerika etwas ändern wird? Bei einigen (Menschen) entsteht die Hoffnung, dass die Road Map, die 15 Jahre lang blockiert wurde, nun wieder zum Leben erweckt wird und mit ihr das Trugbild der Zweistaatenlösung. Man sagt, Präsident Obama  habe nur gefordert, dass der Bau der Siedlungen eingefroren wird und ansonsten herzlich wenig. Kann ein Kuhhandel von 12 % oder ein paar Prozent mehr einen lebensfähigen palästinensischen Staat bewirken? Dies ist zweifelhaft.

Wir erwarten mit großem Interesse das Ergebnis der Beratungen dieser Konferenz. Darf ich Sie an Edward Lears Alice im Wunderland erinnern, wo eine verirrte Alice eine  auf einem Fliegenpilz sitzende Raupe, nach dem Weg fragt. Diese fragt zurück, wo sie  denn hingehen wolle, aber die verwirrte Alice weiß es nicht. "Nun", antwortet die Raupe, "wenn Du nicht weißt, wohin, dann kannst Du jeden Weg gehen."

Sind wir so naiv, zu glauben, dass Akademiker uns helfen können, die richtige Richtung zu finden. Ich möchte glauben, dass die, die etwas taugen, helfen können. Mögen Ihre Beratungen heute konstruktiv sein. Denken Sie an das Engagement des Richters Richard Goldstone und seinem UN-Untersuchungsteams, mit dem Israel hinsichtlich des Gazablutbades  sich strickt weigerte, zusammen zu arbeiten. Dutzende von Überlebenden wurden in Gaza interviewt. Einer von ihnen hat beobachtet, wie israelische Soldaten seine betagte Mutter und seine Schwester erschossen, als sie weiße Fahnen schwenkend, aus ihrem Heim flohen.

"Bei diesem Komitee war es genau so wie bei allen anderen, die kamen", sagte Majed Hajjaj. "Viele Berichte sind geschrieben worden, aber sie sind  kaum die Tinte auf dem Papier wert.  Diese Zeilen könnten auch von Edward Lear stammen.

Zu Beginn dieser Ansprache, zitierte ich Dr. Verwoerd. Ich möchte mit einer bekannten Aussage von Nelson Mandela aus dem Jahre 1997 schließen: "Die UN nahm eine entschlossene Haltung gegenüber der Apartheid ein, und über die Jahre hinweg wurde ein internationaler Konsens aufgebaut, der zu einem Ende dieses widerrechtlichen Systems führte. Wir wissen jedoch nur allzu gut, dass unsere Freiheit ohne die Freiheit der Palästinenser unvollständig ist. (Pretoria, 4. September 1997). Nur durch  eine vereinigte nationale Bewegung einer entschlossenen Bevölkerung, verstärkt durch internationale Solidaritätsaktionen mit friedlichen Mitteln wie Boykott,, Divestment und Sanktionen (BDS) einschließlich vieler akademischer Initiativen, wurde die Freiheit für alle Südafrikaner erlangt. Das Gleiche kann auch im Heiligen Land geschehen.


Quelle: The Other Apartheid State

Zeichnungen von unserem brasilianischen Freund Carlos Latuff

Originalartikel veröffentlicht am 13.6.2009

Über den Autor

Ellen Rohlfs  und Inga Gelsdorf sind Mitarbeiterinnen von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerinnen als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala:
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=7892&lg=de

 


KANAAN: 19/06/2009

 
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