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07/08/2020
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Originalartikel veröffentlicht am 6.1.2010

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala:
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9858&lg=de


13 Fälle zur Untersuchung dem UN-Sonderberichterstatter über Folter vorgelegt

„Zelle Nr. 36“: Palästinensische Kinder werden in israelischer Haft misshandelt und gefoltert


AUTOR:   DCI-Pal

Übersetzt von  Ellen Rohlfs


[Ramallah, 6. Januar 2010] - Am 6. Januar legte Defence for Children International/Palestine dem UN-Sonderberichterstatter über Folter 13 Fälle zur Untersuchung vor.

Die Fälle stehen in Zusammenhang mit Misshandlung und in einigen Fällen mit Folter zwischen Februar 2008 und März 2009. Es handelt sich um palästinensische Kinder, die in dem berüchtigten Al-Jalame-Verhör- und Haftzentrum in der Nähe Haifas in Israel waren.

In jedem Fall berichten Jungen zwischen 16 und 17 Jahren, dass sie in Zelle 36 im Verhörzentrum gehalten wurden. Die Zelle Nr. 36 wird  wie folgt beschrieben: 2 mal 3 Meter groß, das Kind wird gezwungen, in einem Betonbett oder auf einer dünnen Matratze auf dem Boden zu schlafen. Mahlzeiten werden durch eine Klappe in der Tür gereicht. So hat es keinerlei menschlichen Kontakt. Ein Kind berichtete, dass es  65 Tage lang in Einzelhaft in der Zelle36 gehalten worden war.

Die Wände der Zelle 36 sind dem Bericht nach in grauer Farbe mit scharfen Vorsprüngen, sodass man sich nicht einmal gegen die Wand lehnen kann, berichtet das Kind. Und was vielleicht noch mehr stört: die Zelle hat kein Fenster und nur eine einzige schwache Beleuchtung, die 24 Stunden pro Tag an ist. einige Kinder berichten, dass sie Schmerzen hinter den Augen hatten und nachteilige psychologische Wirkungen, nachdem sie in Zelle 36 eingesperrt waren.

Der Hauptzweck des Eingesperrtseins in Zelle 36 scheint der zu sein, die Kinder psychisch zu brechen, um dann Eingeständnisse/ Aussagen aus ihnen  zu bekommen.  Diese Schlussfolgerung wird durch das Zeugnis eines Kindes bestätigt, das angibt, dass es am 10. Tag des Verhörs, und weil es so unter Druck war, sich entschieden hat, auszusagen, um aus dieser Zelle herauszukommen. Alle Kinder, die zwischen längeren Verhörsitzungen in Zelle 36 gehalten wurden, in der klar verbotene Techniken benützt wurden, wie  Handschellen an Händen und Füßen als auch in Körperstellungen, die man als Missbrauch bezeichnen kann.

Kinder, die in Al-Jalame zum Verhör  gehalten werden, haben keinen Zugang zu einem Anwalt und erhalten keinen Besuch ihrer Familie – das steht im Widerspruch zur Vierten Genfer Konvention und einer Reihe von Menschenrechtskonventionen. Die Kinder erhalten in diesen Einrichtungen keinen Unterricht. Außerdem ist die Verhaftung von Palästinensern aus den besetzten Gebieten in Al-Jalame eine klare Verletzung von Artikel 76 der Vierten Genfer Konvention (1949): eine Besatzungsmacht muss Bewohner der besetzen Gebiete innerhalb dieser Gebiete halten d.h. in der Westbank.

DCI-Palestine hat darum gebeten, dass der UN-Sonderberichterstatter über Folter Nachforschungen macht und über Behauptungen von Misshandlungen und Folter an palästinensischen Kindern in der al-Jalame-Haftanstalt berichtet. Im Augenblick werden 306 palästinensische Kinder in israelischen Haftzentren festgehalten.

Weitere Informationen bitte im letzten Bericht von DCI-Palestine über Kindergefangene.




Quelle:
'Cell No. 36' - DCI-Palestine submits 13 cases to the UN Special Rapporteur on Torture



KANAAN: 28/01/2010

 
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